Orchestrierung technologie-gestützter Lernarrangements

Abstract: Bildungstechnologien werden auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und bewertet. Einerseits wird im öffentlichen Diskurs betont, wie wenig positiven Einfluss Technologien auf Lernprozesse und –ergebnisse haben bzw. wie negativ sich Medienkonsum generell auf Entwicklungsprozesse auswirken kann. Andererseits werden stetig neue, hochskalierte technologieunterstützte Lernangebote entwickelt und bereits in unterschiedlichen Lernkontexten gefördert und eingesetzt. Die Perspektive der Orchestrierung von Technologien und Lernszenarien bezieht sich auf den aktuellen Stand dieser Debatte, nämlich dass es nicht genügt, Lernumgebungen mit Technologien anzureichern oder bestehende Kurse zu virtualisieren. Vielmehr müssen evident wirksame instruktionale Szenarien gestaltet werden, um spezifische Potenziale von Technologien zur Wissensförderung zu realisieren. Diese Potenziale bestehen etwa in der multimedialen, dynamischen und interaktiven Repräsentation von Lerninhalten oder der schnellen Erfassung, Auswertung und Rückmeldung von Lernprozessdaten. Orchestrierung von Lernarrangements bedeutet die Sequenzierung und Integration unterschiedlicher Lehr-Lernaktivitäten, Technologien, Lernorte und Sozialformen des Lernens. Wie können z. B. soziale Medien oder mobile Geräte wie Smartphones effektiv in der Lehre eingesetzt werden? Wie können Erklärvideos für das selbstgesteuerte Lernen zu Hause eingesetzt werden?

Die Metapher „Orchestrierung“ ist besonders attraktiv, weil sich Lehr-Lernforschung bislang vor allem auf einzelne Lehrfunktionen konzentriert hat. Praktische Lehrtätigkeit erfordert aber, unterschiedliche Lernarrangements miteinander effektiv zu verknüpfen. So wie ein Musikstück erst durch die harmonische Kombination der einzelnen Noten geprägt ist, so ist auch gute Lehre mehr als nur das Abliefern einzelner Lernmaterialien. Im Vortrag wird diskutiert, wie Lernprozesse in einer Ökologie von Geräten geplant und angeleitet, also „orchestriert“ werden können.